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Tim Berners-Lee

The Lobbyist · Web-Welle

Website ↗Wikipedia ↗

Als ich das Web erfand, musste ich niemanden um Erlaubnis fragen. Das Internet muss ein erlaubnisfreier Raum für Kreativität, Innovation und freie Meinungsäußerung bleiben.

Tim Berners-Lee, Tim Berners-Lee, 'Net Neutrality: This is Serious' (2006) & World Wide Web Foundation (2017); https://webfoundation.org/2017/04/sir-tim-berners-lee-responds-to-us-net-neutrality-threat/

Warum Tim der/die kanonische Lobbyist ist

Tim Berners-Lee hat nicht einfach eine Technologie gebaut — er hat das Verfassungsrahmenwerk geschaffen, das sie regiert. Im Jahr 1989, als er als Fellow am CERN in Genf arbeitete, reichte er einen Vorschlag mit dem Titel „Information Management: A Proposal“ ein, den sein Vorgesetzter mit den Worten „vage, aber aufregend“ kommentierte. Diese Vagheit war bewusst gewählt: Das System, das er sich vorstellte und bis Ende 1990 implementierte, war auf Universalität ausgelegt. HTML, das URL-System und HTTP waren aus freier Entscheidung, nicht aus Zwang, lizenzgebührenfrei. Als er am 20. Dezember 1990 die erste Website veröffentlichte, hatte Berners-Lee bereits den entscheidenden politischen Schachzug seiner Karriere vollzogen — er verschenkte das Web.

1994 gründete er das World Wide Web Consortium (W3C) am MIT, um diese Entscheidung zu institutionalisieren. Das W3C basiert auf einem Prinzip, das Berners-Lee drei Jahrzehnte lang gegen erheblichen kommerziellen Druck verteidigt hat: Standards müssen lizenzgebührenfrei sein, damit jeder sie übernehmen kann, ohne Erlaubnisse aushandeln zu müssen. Darin liegt der Kern dessen, was der Lobbyist tut — nicht für die Interessen eines Unternehmens zu lobbyieren, sondern die Bedingungen auszuhandeln, unter denen das gesamte Technologie-Ökosystem existieren darf. Als das Web groß genug wurde, um regulatorische Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, positionierte sich Berners-Lee genau an der Schnittstelle zwischen technischer Architektur und politischer Governance. Er sagte aus, verfasste offene Briefe und arbeitete mit Regierungen zusammen — darunter die Mitentwicklung von data.gov.uk im Jahr 2010 — um zwischen dem, was Technologen bauten, und dem, was Gesetzgeber regulieren konnten, zu vermitteln.

Sein Engagement für Netzneutralität ist der klarste Ausdruck dieser Rolle. Er hat stets argumentiert, dass Internetdienstanbieter „Konnektivität ohne Bedingungen“ bereitstellen müssen und dass Eingriffe in den Internetverkehr eine Verletzung grundlegender menschlicher Netzwerkrechte darstellen. 2017 unterzeichnete er gemeinsam mit zwanzig anderen Internet-Pionieren einen offenen Brief, in dem die US-amerikanische Federal Communications Commission aufgefordert wurde, die Netzneutralitätsregeln zu erhalten. Als der kommerzielle Erfolg des Webs dazu führte, dass Daten zunehmend in den Händen weniger Plattformen konzentriert wurden, reagierte Berners-Lee nicht durch Forderungen nach Regulierung, sondern durch den Aufbau einer Alternative: das Solid-Protokoll, das durch die Decentralized Information Group des MIT und später durch sein Startup Inrupt entwickelt wurde, gibt Einzelpersonen die Kontrolle über ihre eigenen Datenpods und darüber, welche Anwendungen darauf zugreifen dürfen. 2019 lancierte er beim Internet Governance Forum in Berlin den Contract for the Web — ein Bekenntnis für Regierungen, Unternehmen und Bürger. 2016 erhielt er den Turing Award. Der Lobbyist, der die Sache erfunden hat, für die er seine gesamte Karriere eintritt, ist per Definition der kanonische.

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Die Rollen-Einordnung ist roletypes redaktionelle Lesart auf Basis öffentlicher Arbeit und Aussagen — keine Empfehlung durch Tim Berners-Lee. Zitat gegen die zitierte Quelle geprüft; sag uns Bescheid, wenn etwas nicht stimmt.