“UNIX ist im Grunde ein einfaches Betriebssystem, aber man muss ein Genie sein, um die Einfachheit zu verstehen.”
Warum Dennis der/die kanonische Tech Genius ist
Dennis Ritchie trat 1967 in das Computing Science Research Center der Bell Labs ein, nach einem Studium der Physik und angewandten Mathematik in Harvard. Seine Dissertation war entworfen, wurde aber nie eingereicht — er promovierte formal nie — und verbrachte die folgenden vier Jahrzehnte damit, etwas Selteneres zu tun: die Infrastruktur zu bauen, auf der ein ganzes Computerzeitalter laufen würde.
Gemeinsam mit Ken Thompson entwickelte Ritchie Ende der 1960er und Anfang der 1970er-Jahre Unix von Grund auf — zunächst auf einem ausgedienten PDP-7, später auf immer breiterer Hardware. Parallel dazu schuf er die Programmiersprache C, um Unix eine portable, maschinenahe Sprache zu geben. Beide Erfindungen waren untrennbar: C war die Sprache, in die Unix neu geschrieben wurde; Unix war die Umgebung, die C bewies. Das 1978 gemeinsam mit Brian Kernighan verfasste Buch "The C Programming Language" — unter dem Kürzel K&R weltbekannt — gilt als eines der meistgelesenen technischen Werke überhaupt. Cs direkte Nachkommen umfassen C++, Objective-C, C# und Java; sein indirekter Einfluss durchzieht nahezu jede seitdem entwickelte Sprache.
Ritchie und Thompson erhielten 1983 den ACM Turing Award und 1998 die National Medal of Technology der USA. Später arbeitete Ritchie noch an den Betriebssystemen Plan 9 und Inferno, bevor er 2007 als Leiter des System Software Research Department in den Ruhestand trat. Er starb im Oktober 2011 im Alter von 70 Jahren.
Als Tech Genius verkörpert Ritchie diesen Archetypus in seiner reinsten Form: ein Forscher, der aus intellektueller Besessenheit statt kommerziellem Auftrag handelte, ohne Produkt-Roadmap in einem Unternehmensforschungslabor arbeitete und ein Substrat schuf, das so grundlegend war, dass alle anderen Rollen der Softwarebranche Jahrzehnte damit verbrachten, darauf aufzubauen. Er gründete kein Unternehmen, pflegte keine öffentliche Persona und erzeugte keinen Hype. Er schrieb Code und Papiere — und der Code schrieb alles andere um. Doug McIlroy, sein langjähriger Kollege bei Bell Labs, brachte es auf den Punkt: "Die Namen Ritchie und Thompson dürfen als an fast allem beteiligt angesehen werden, was nicht anderweitig zugeschrieben ist."
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